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Medikamenten­übergebrauchs­kopfschmerz

Entstehung und chronifizierung

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Medikamenten­übergebrauchs-
kopfschmerz

ENTSTEHUNG UND
CHRONIFIZIERUNG

ALLEIN IN DEUTSCHLAND WERDEN JÄHRLICH 3,3 MILLIARDEN SCHMERZTABLETTEN VERBRAUCHT.* DABEI WISSEN DIE WENIGSTEN, DASS KOPFSCHMERZMEDIKAMENTE BEI FALSCHEM GEBRAUCH SELBST KOPFSCHMERZEN AUSLÖSEN KÖNNEN.

Der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch ist die wichtigste Komplikation einer falschen Kopfschmerzbehandlung. Wiederholte Schmerzattacken und die übermäßige Einnahme von akuten Schmerzmitteln schwächen das körpereigene Schmerzabwehrsystem. Die Schmerzempfindlichkeit wird kontinuierlich erhöht und es entstehen immer mehr Kopfschmerzepisoden bis hin zu einem Dauerkopfschmerz. Durch immer häufigere Medikamenteneinnahme wird er weiter verschlimmert.

*QUELLE: IQVIA, IMS PHARMASCOPE®

  • Die Präparategruppe der Schmerzmittel steht für den mit Abstand höchsten Medikamentenumsatz in Deutschland. Internationale Studien legen nahe, dass in Europa ca. 3-4 Millionen Menschen einen sogenannten Medikamentenübergebrauchskopfschmerz haben. Die Anzahl der zugrundeliegenden Untersuchungen lässt zwar nur ungefähre Aussagen zu, jedoch ist hierzulande allein aufgrund der durch die Bevölkerung verbrauchten Schmerzmittelmenge der Übergebrauch als relevantes Gesundheitsproblem zu erwarten.

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  • Der Medikamentenübergebrauchskopfschmerz äußert sich bei der Verwendung von Triptanen als pulsierender, oft einseitiger Kopfschmerz, während er bei Verwendung von Ergotaminen, klassischen Schmerzmitteln und Mischpräparaten als beidseitig drückend beschrieben wird. Bei vielen Betroffenen treten zusätzliche Symptome, wie Schwindel, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schlafstörungen auf. Bei Migränepatienten kann sich dann auch ein Mischbild von Migräne und Kopfschmerz vom Spannungstyp entwickeln. Wenn bei Migränepatienten an mehr als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen bestehen, findet sich sehr oft ein Medikamentenübergebrauch.

    Der Absetzkopfschmerz (Rebound-Kopfschmerz) stellt den Grund für die häufige Medikamenteneinnahme dar. Um die Entwicklung von Kopfschmerzen zu vermeiden, nehmen Betroffene oft schon prophylaktisch Schmerzmedikamente ein. Dies erhöht das Risiko, an zu vielen Tagen pro Monat Schmerzmedikamente einzunehmen. Beim Überschreiten folgender Schwellen sollte ärztliche Unterstützung in Anspruch genommen werden: Wechsel von Monopräparaten (ein Wirkstoff) auf Mischpräparate (zwei oder mehr Inhaltsstoffe) – Kopfschmerzmittelgebrauch an mehr als 10 Tagen pro Monat – Kopfschmerzen an mehr als 14 Tagen pro Monat.

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  • Es mag paradox klingen: Medikamente gegen Kopfschmerz können selbst Kopfschmerz erzeugen. Dies ist auf einen Regulationsmechanismus in unserem Zentralen Nervensystem (ZNS) zurückzuführen. Werden die Schmerzmittel über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen, reguliert das ZNS seine Schmerzempfindlichkeit hoch, mit dem Ziel, wieder das „normale“ Niveau der Wahrnehmung zu erreichen. Dies ist auch der Grund für das Phänomen, dass nach längerer Einnahme das Absetzen der Medikamente einen als besonders stark empfundenen, so genannten „Rebound“- oder Rückschlag-Kopfschmerz zur Folge haben kann.

    Die erneute Einnahme von Schmerzmitteln kann nun dazu führen, dass sich Schmerz und Medikamentengebrauch gegenseitig aufschaukeln. Es entsteht ein verhängnisvoller Teufelskreis, in dem Kopfschmerz und seine Bekämpfung durch Selbstmedikation in einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz münden.

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  • Schmerzmedikamente vermitteln ihre Wirkung durch die Bindung an Rezeptoren. Bei intensivem Schmerzmittelgebrauch wird die Empfindlichkeit der Rezeptoren verringert. In dieser Situation wird jedoch gleichzeitig, sobald der Blutspiegel der Medikamente sinkt, eine fälschliche Schmerzinformation an das Gehirn weitergeleitet. Die Schmerzschwelle sinkt und sonst unbedeutende Reize (biochemisch: Rezeptorzustände) werden vom Körper als Schmerz verarbeitet. Weniger die Dosis als die Häufigkeit der Einnahme von Schmerzmedikamenten ist daher für die Entstehung des Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes verantwortlich.

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  • Der Medikamentenübergebrauchskopfschmerz stellt eine schwerwiegende Beeinträchtigung dar. Betroffene sind durchschnittlich an 25 Tagen im Jahr arbeitsunfähig. Um die Entwicklung eines Übergebrauchskopfschmerzes zu vermeiden, sollte eine Obergrenze bei der Einnahme von Akutmedikamenten eingehalten werden. Hierbei hilft die sogenannte 10-20-Regel. Diese besagt, dass an maximal 10 Tagen pro Monat Schmerzmedikamente eingenommen werden dürfen. Die Tagesdosis ist nicht festgelegt. Auf Mischpräparate sollte gänzlich verzichtet werden, da durch diese ein Übergebrauchskopfschmerz schneller ausgelöst werden kann.

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  • Bei 80% der Betroffenen besteht ein täglicher Dauerkopfschmerz. Bei 20% der Betroffenen tritt der Dauerkopfschmerz an mehr als 20 Tagen pro Monat auf.

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  • Die Beschwerden treten dauerhaft auf, wenn bestimmte Verhaltensfaktoren und Veränderungen im Schmerzwahrnehmungssystem (siehe oben unter „Kopfschmerz“) zusammentreffen. Das Auftreten des Schmerzes ruft Angst vor der nächsten Attacke hervor. Aus der Erfahrung, dass frühzeitige Medikamenteneinnahme hilft, werden die Intervalle der Einnahme immer kürzer. Gleichzeitig verändert sich die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren und der Schmerz tritt immer häufiger auf, bis er letztlich gar nicht mehr verschwindet.

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